Stadtgeschichte von Dessau

Bauhaus Dessau Schon vor dem 12. Jahrhundert ist das Gebiet des heutigen Dessaus besiedelt. 1213 entsteht, als Marktsiedlung, Dessau. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts dient Dessau häufiger als zeitweiliger Aufenthaltsort der Anhaltiner. Ab 1471 wird Dessau dann feste Residenzstadt. Das 16. Jahrhundert ist die erste Blütezeit der Stadt. Die Stadt weitet sich aus, es werden prunkvolle Bauten für den Fürsten erbaut, wovon heute nur noch der Johannbau und die Marienkirche erhalten sind. Die Reformation bringt Dessau, durch die enge Verbindung zwischen Luther und dem Fürstenhaus, eine große Sammlung von Reformationsschriften.
Als Johann Georg II. Henriette Catharina von Nassau-Oranien heiratet kommt die oranische Erbschaft eine Gemäldesammlung flämischer Maler nach Dessau. Sie bildet den Grundstock der Anhaltinischen Gemäldegalerie. Von nun an entwickelt sich in Dessau ein kulturelles Zentrum. Auch erholt sich die Stadt vom 30 jährigen Krieg und kann an die wirtschaftlich florierenden Tage anknüpfen.

Im Laufe der Regentschaft von Leopold I. werden in Dessau neue Straßenachsen angelegt und die Stadt erweitert. Der wirtschaftliche Aufschwung geht weiter und sein Enkel Leopold III. Friedrich Franz, auch "Vater Franz" genannt, nutzt diese wirtschaftliche Stärke für ein umfassendes Reformwerk. So entsteht in Dessau ein Zentrum der deutschen Aufklärung. Zu dieser Zeit entsteht das Dessau-Wörlitzer-Gartenreich, welches gemäß den Idealen der Aufklärung und des Humanismus angelegt. Auch andere Impulse der Aufklärung gingen von Dessau aus. So wollte z.B. Basedow das deutsche Schulwesen reformieren. Als Modell dafür sollte das "Philanthropinum" in Dessau dienen. Diese Schule richtete sich an den Naturwissenschaften und an der Vorbereitung auf das praktische Leben aus. Auch Turnen wurde zum ersten mal als ein Unterrichtsfach aufgenommen.
Ab 1863 bis zum Ende der Monarchie in Anhalt ist Dessau die Hauptstadt des Herzogtums.
Mit dem Beginn der Industrialisierung ändert sich auch in Dessau einiges. Zuerst siedelt sich die Gasindustrie in der Stadt an, dann folgt der Maschinenbau, chemische Industrie und der Flugzeugbau. Letzterer wird Dessau besonders verändern, da die Junkers-Werke ab 1919 als erste überhaupt Ganzmetall-Verkehrsflugzeuge bauen. Bald avanciert die Fabrik zum Marktführer.

Viele Menschen ziehen, angezogen von den Jobs in den Fabriken, in die Stadt. So müssen für diese neuen Einwohner Wohnungen geschaffen werden. Es entstehen zu dieser Zeit zahlreiche neue Wohnviertel. Unter anderem auch die Bauhaus-Siedlung in Dessau-Törten. Ab 1926 ist schließlich das ganze Bauhaus in Dessau. Da die Akademie aus Weimar vertrieben wurde.
Doch 1932 ist auch in Dessau für das Bauhaus Schluss, die Nationalsozialisten erzwingen die Schließung. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 werden die Junkers-Werke in Dessau verstaatlicht. Dem neu entstandenen Rüstungszentrum gelten die alliierten Luftangriffe. Dabei werden allerdings auch 84% der Innenstadt zerstört. Nach Kriegsende gehört Dessau zur SBZ und später zur DDR. Der Wiederaufbau der Stadt beginnt 1951 und bald verfallen die wenigen noch intakten Altbauten und werden durch Plattenbauten ersetzt. Dessau entwickelt sich in der DDR zu einem industriellen Zentrum. Nach der Wende werden die Wiederaufbau-Versäumnisse der DDR nachgeholt. Viele historischen Gebäude werden restauriert.